Selbstverwaltung
Am FHI wurde bisher für die Installation der Arbeitsplatzrechner das sogenannte "Image"-Verfahren verwendet. In der Praxis erweist sich dieses Verfahren in unserer Umgebung als wenig flexibel und zeitaufwändig, da jedes Festplattenabbild (Image) an einen Rechnertyp bzw. eine Hardware-Plattform gebunden ist und nicht nur einzeln installiert und konfiguriert werden muss, sondern auch noch für jedes Image die Softwarepflege (Updates) sowohl für die Anwendungen als auch für das System erfolgen muss! Der eigentliche Vorteil des Klonens von einem Image auf mehrere Systeme gleicher Hardware ist dadurch nicht mehr gegeben.
Demgegenüber wird bei der sogenannten "unbeaufsichtigten Installation" (Unattended Setup) das komplette Setup des Betriebssystems und aller Anwendungen skriptbasiert abgearbeitet. Alle Einstellungen, die das System und die Anwendungen benötigen, werden vorher festgelegt. Ein weiterer Vorteil ist die zentrale Vorhaltung sämtlicher Betriebssysteme, Anwendungen sowie der dazugehörigen Updates und Patches. Diese Integration an zentraler Stelle ermöglicht die Erstellung jeweils aktueller Installationen auf fast jeder PC-Hardware, was durch eine entsprechend organisierte Treiberbasis möglich wird. Auch die weitere Wartung und Aktualisierung der Systeme wird dadurch einfacher und effektiver.
Systemkomponenten
Grundvoraussetzung ist eine Netzwerkumgebung mit laufenden DHCP- und DNS-Servern. Der eigentliche "Unattended Server" ist eine SUN V210 mit Solaris 2.1, auf der folgende Serverkomponenten laufen: SAMBA, Apache und PHP + PEAR, angebunden an eine MySQL-Datenbank. Die Samba-Komponente stellt den Distributionspunkt im Netzwerk dar. Das Management über die Webkonsole wird mit Apache, PHP und entsprechender Datenbankanbindung realisiert. In der Datenbank sind die Daten der Clients und ihre Konfigurationen, Informationen zu den verwendeten Softwarepaketen und den benötigten Installationsskripten hinterlegt. Der Datenbankserver ist: reload, der Datenbankname ist: zak.
Managementkonsole
Die Managementkonsole ist über http://uranos/index.php erreichbar. Eine Anmeldung ist mit verschiedenen Accounts möglich. Darüber werden neue Clients und Softwarepakete angelegt sowie die Zuordnungen von Clients und "Softwaredistributionen" vorgenommen. Jede Abteilung benutzt unterschiedliche Softwarepakete und Lizenzen, die zu jeweils zugehörigen "Abteilungsdistributionen" zusammengefasst sind.
Samba-Freigabe
Für die Unattended-Installation wird eine Samba-Freigabe benötigt! Die Installationspakete sowie alle Updates, Patches und Skripte liegen dort.
Freigabe:
Auf dem Client, auf dem ein Softwarepaket installiert werden soll, muss die Freigabe dem Laufwerksbuchstaben Z: zugeordnet werden! Das wird über entsprechende Batchdateien realisiert.
Software-Verteilung
Die Softwareverteilung ist auf allen Windows XP- und Windows 7-Systemen möglich, die über die Managementkonsole in der Datenbank eingetragen wurden. Das heißt, auch ältere Systeme, die nicht komplett unattended installiert wurden, können an der Softwareverteilung teilhaben. Dazu muss zurzeit noch manuell über einen Windows-Rechner ein Remote Schedule oder direkt ein Remote-Install für den Zielclient gesetzt bzw. gestartet werden. Bedingung ist jedoch, dass zuvor einige Batchdateien in den Systemordner des Clients kopiert wurden.
Remote-Installation (Remote Install)
Scheduling
Wenn auf dem Zielsystem die Datei c:\\windows\\system32\\za.bat existiert, kann unabhängig davon, ob ein Benutzer an- oder abgemeldet ist, ein Task für eine zeitgesteuerte Installation eingerichtet werden:
Remote Install mit psexec (PsTools)
Vorher ein Kommandozeilen-Fenster mit Administrator-Rechten öffnen:
Danach ausführen:
Die Datei za.bat verbindet sich mit der Freigabe auf Lukara \\\\ntinstall\\install und ruft dort wemerge.cmd auf, die wiederum mit wget eventuell vorhandene Installationsskripte abruft, die dann gestartet werden.
Abhängig vom Status des Clients können die Installationen auch fehlschlagen, in der Regel starten sie dann gar nicht. Ursachen dafür sind beispielsweise ein laufendes Sophos-Update, das weitere Installationsprozesse verhindert, geöffnete Anwendungen, die aktualisiert werden sollen, ein vom Benutzer belegtes Laufwerk Z: (das den Zugriff auf die Samba-Freigabe blockiert) oder spezielle Anwendungsprozesse. Typischerweise kommt es auch vor, dass sich Windows-PCs in einem undefinierten Zustand befinden und allgemeine Fehler verursachen... reboot. :-)
Client-Hardware
Die Treiber für die Client-Hardware werden zum Teil aus den Hersteller-Setups extrahiert und müssen anschließend in die Treiberbasis eingepflegt werden. Daher werden nur folgende Rechnertypen der Marke DELL mit einer Windows 7 unattended Neuinstallation eingerichtet:
Optiplex Desktop-Systeme: GX745, GX755, GX760, GX780, GX790, GX7010.
"Abteilungsdistributionen" gibt es zurzeit für die Abteilungen AC, CP, MP und die PC (alle nur in der englischen Fassung). "Abteilungsdistributionen" für das Archiv, ELAB und die VW gibt es in deutscher Sprache.
Die Verteilung von Anwendungen sollte auf fast beliebiger Hardware funktionieren. Eine Liste der zurzeit ca. 40 Anwendungen, die über das Netzwerk am FHI verteilt werden können, finden Sie hier: Anwendungen.
Danksagung
Zuerst einmal danke ich allen beteiligten Entwicklern und Helfern des Unattended-Projektes. Mein besonderer Dank für die persönliche Unterstützung beim Aufbau des Systems gilt Mario Gzuk vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena sowie seinen Kollegen.
Links
- http://unattended.sourceforge.net
- http://sourceforge.net/projects/unattended-gui/
- http://unattended.technikz.de/index.php/Main_Page
- http://www.bgc-jena.mpg.de/~bsmolny/ITS/whoiswho.html
- http://www.microsoft.com/technet/sysinternals/utilities/pstools.mspx